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Fendt elektrifiziert den Kabinentransport zwischen Asbach-Bäumenheim und Marktoberdorf

Fendt setzt seine Nachhaltigkeitsstrategie konsequent weiter um. Acht elektrische Lang-Lkw ersetzen die bisherige Dieselflotte auf der Pendelstrecke zwischen der Fendt Kabinenproduktion in Asbach-Bäumenheim und der Traktorenproduktion in Marktoberdorf. Fendt spart damit rund 280.000 Liter Diesel und etwa 740 Tonnen CO₂ pro Jahr ein. Den Betrieb verantwortet das Logistikunternehmen Ansorge aus Biessenhofen im Allgäu.

Verladen der Fendt Traktoren Kabinen im Kompetenzzentrum für Kabinen Asbach-Bäumenheim.

Die Kabinen werden täglich vom Produktionsstandort Asbach-Bäumenheim zum Traktorenwerk Marktoberdorf transportiert. Mit dem Einsatz von acht elektrischen Lang-Lkw gestaltet Fendt diese zentrale Verbindung künftig emissionsärmer. Das Projekt ist Teil der Fendt Nachhaltigkeitsstrategie, mit der das Unternehmen seit 2021 konkrete Ziele in sechs Handlungsfeldern verfolgt. Neben der Entwicklung elektrifizierter Traktoren wie des Fendt e100 Vario und des Fendt e100 V Vario investiert Fendt auch in eine ressourceneffiziente Produktion. Dazu zählen Maßnahmen wie die Umstellung auf 100 Prozent Grünstrom, nachhaltigere Lackierverfahren und energieeffiziente Anlagen, wie der neue Vakuum-Härteofen in Marktoberdorf. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Reduktion von Emissionen in der Logistik. Deshalb legte Fendt bei der Neuausschreibung des Kabinentransports besonderen Wert auf eine nachhaltige und wirtschaftliche Transportlösung.

(v.l.) Florian Vongerichten (Leiter strategische Projekte Ansorge Logistik), Jochen Gnann (Werksleiter Fendt Asbach-Bäumenheim), Benedikt Roßmann (Geschäftsführer Ansorge Logistik) und Rainer Hindelang (Speditionsleiter Ansorge Logistik).

Dr. Jan Cachay (Geschäftsführer Produktion Fendt) stellt das Projekt innerhalb der Fendt Nachhaltigkeitsstrategie vor.

„Das Thema Nachhaltigkeit bekommt derzeit weniger öffentliche Aufmerksamkeit, doch unsere Kunden in der Landwirtschaft spüren die Folgen des Klimawandels unmittelbar. Vermehrte extreme Wettereignisse, wie Trockenheit, Starkregen oder lokale Stürme wirken sich direkt auf die Betriebe aus“, so Dr. Jan Cachay, Geschäftsführer Produktion Fendt. „Nachhaltigkeit bleibt ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Mit dem elektrifizierten Kabinentransport reduzieren wir Emissionen in unserer Produktionslogistik und setzen einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer ressourceneffizienten Produktion.“

Mehr Kabinen pro Fahrt, weniger Fahrten pro Tag

Acht elektrische Zugmaschinen in Kombination mit Lang-Lkw-Gespannen von 25,25 Metern Gesamtlänge übernehmen ab sofort den täglichen Pendelverkehr auf der 120 Kilometer langen Strecke. Die Auflieger haben eine Standardlänge von 13,60 Metern. Ein Kupplungsmaul unterhalb der Heckportal-Türen ermöglicht das Ankoppeln eines zusätzlichen 7,70 Meter langen Anhängers. Damit werden die Gespanne zu Lang-Lkws. Den Betrieb verantwortet der Logistikpartner Ansorge aus Biessenhofen im Allgäu.

Jedes Lang-Lkw-Gespann transportiert 7 bis 8 Traktorkabinen, je nach Kabinengröße. Zum Vergleich: Ein Standard-Auflieger mit 13,60 Meter Länge fasst je nach Größe 4 bis 5 Kabinen Dadurch lassen sich pro Fahrt 25 bis 30 Prozent mehr Kabinen transportieren. Waren bisher beispielsweise 18 Transporte mit Diesel-Lkw notwendig, so sind es künftig nur noch 12 Lkw-Transporte mit elektrischen Fahrzeugen.

Laden während der Pause

Die Strecke beträgt 120 Kilometer einfach, 240 Kilometer im Rundlauf. Damit eignet sich die Strecke besonders für den Einsatz elektrischer Lkw: Bei einer Batterie-Reichweite von 500 Kilometern können alle LKW im Depot während der Pausenzeiten laden. Die Batterien der elektrischen Fahrzeuge werden nach der Entladung der Kabinen am Depot in Biessenhofen geladen. Ein Ladevorgang nach 240 Kilometern Fahrtstrecke dauert etwa 45 Minuten und kann damit während der vorgeschriebenen Fahrerpause durchgeführt werden. Die Schnellladesäulen am Ansorge-Depot bieten eine Leistung von bis zu 400 kW.

Die E-Trucks transportieren die Kabinen aus Asbach-Bäumenheim zunächst zum Ansorge-Depot in Biessenhofen. Von dort erfolgt die sequenzgerechte Belieferung des Traktorenwerks in Marktoberdorf.

Technische Daten Gespann:

Max. Leistung LKW (PS/kW)

Dauerleistung LKW

816 PS/600 kW

544 PS/400 kW

Eigengewicht (Leergewicht)

Zugmaschine: 11,3 to.
Auflieger: 6,8 to.
Anhänger: 3,8 to.

Zulässige Zuladung

Bis zu 18,1 to.

(bei max. Gesamtgewicht: 40 to.)

Zulässiges Gesamtgewicht

40 to.

Anzahl Achsen

7

Reichweite

ca. 500 Kilometer (in Kombination mit Lang-Lkw)

Ladedauer

ca. 45 Minuten nach 240 km gefahrener Strecke

Länge Auflieger

Innenmaß: 13,60 Meter

Außenmaß: 13,86 Meter

Länge Anhänger

Innenmaß: 7,70 Meter

Außenmaß: 9,42 Meter (inkl. Deichsel)

Länge Gespann

25,25 Meter (Gesamtlänge)

PV-Anlagen mit einer kumulierten Leistung von 2,75 MWp und passende Batteriespeicher erzeugen und speichern den eigens von Ansorge produzierten Strom vor Ort. Insbesondere in den Sommermonaten kann ein großer Teil des Strombedarfs durch die eigenen PV-Anlagen gedeckt werden. Den restlichen Strombedarf deckt das Unternehmen mit Strom aus zertifizierter Wasserkraft. Jährlich legen die Elektro-Lang-Lkw rund 620.000 Kilometer auf der Strecke zurück. Das entspricht Einsparungen von rund 280.000 Liter Diesel und damit laut der Tank-to-Wheel Berechnung etwa 740 Tonnen CO₂ pro Jahr.

(v.l.) Jochen Gnann (Werksleiter Fendt Asbach-Bäumenheim) und Benedikt Roßmann (Geschäftsführer Ansorge Logistik).

„Für Asbach-Bäumenheim und die Menschen, die unmittelbar am Werksgelände wohnen bedeutet dieses Projekt vor allem eines: mehr Lebensqualität. Wenn unsere Kabinen, die wir von 6 bis 22 Uhr im 2-Schicht-Betrieb montieren und versenden, das Werk verlassen, dann war das bisher natürlich immer mit Motorengeräuschen und Dieselgeruch verbunden“, so Jochen Gnann, Werksleiter Fendt Asbach-Bäumenheim. „Durch die neuen, elektrischen Lkw geschieht das von jetzt an leise und emissionsfrei. Keine Abgase und keine Motorengeräusche mehr."

Benedikt Roßmann (Geschäftsführender Gesellschafter Ansorge Logistik) erklärt die Entstehung des gemeinsamen Projekts.

“Für uns ist dieses Projekt ein wichtiger Meilenstein für innovative und klimafreundliche Transportkonzepte. Wir verbinden hier zwei Themen, mit denen wir uns schon sehr lange beschäftigen. Bereits 2012 hatten wir die ersten Lang-Lkw im Fuhrpark und 2015 unseren ersten vollelektrischen Lkw. Diese Erfahrungen bringen wir nun in diesem Projekt ein und schaffen damit maximalen Laderaum bei minimalen Emissionen für unseren langjährigen Partner Fendt”, so Benedikt Roßmann, Geschäftsführer Ansorge Logistik, zu dem Projekt.

(v.l.) Dr. Jan Cachay ( Vice President & Geschäftsführer Fendt Produktion), Benedikt Roßmann (Geschäftsführer Ansorge Logistik) und Michael Buelow (Director AGCO Global Transportation, Logistics & Trade Compliance).

Michael Buelow, Senior Director AGCO Global Transportation, Logistics & Trade Compliance fasst das das Projekt zusammen: "Für einen globalen Transport-Manager ist klar: Elektrische Lang-Lkw sind nicht nur ein technologischer Fortschritt, sondern ein strategischer Hebel, um internationale Lieferketten resilienter, wirtschaftlich sinnvoll und klimafreundlicher zu gestalten.“

Ansorge & Fendt: Partnerschaft seit 2013

Fendt und Ansorge arbeiten seit 2013 zusammen und für beide Unternehmen ist Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema. Fendt hatte den Transport zwischen den Werken Asbach-Bäumenheim und Marktoberdorf neu mit dem Fokus auf einen nachhaltigen Pendelverkehr ausgeschrieben. Für Ansorge bringt das Projekt zwei wichtige Innovationsinitiativen zusammen: Im Jahr 2012 nahm Ansorge am bundesweiten Feldversuch für Lang-Lkw teil und setzt diese Gespanne seither im Regelbetrieb ein. Außerdem setzte Ansorge im Jahr 2015 den ersten Elektro-Lkw im Realbetrieb ein. Aufgrund der damals begrenzten Reichweiten erfolgte der Einsatz zunächst im Nahverkehr. Beide Kompetenzen fließen jetzt in dieses Projekt ein.

Werk Asbach-Bäumenheim auf einen Blick

Luftbild Fendt Werk Asbach-Bäumenheim

Fendt Werk Asbach-Bäumenheim

Am Standort Asbach-Bäumenheim arbeiten aktuell über 1.300 Beschäftigte (Stand: 30. Juni 2026). Das Werk ist AGCO-Kompetenzzentrum für Kabinen und Motorhauben und beliefert als globaler Lieferant die Produktion von Traktor- und Erntetechnikkabinen. Im Jahr 2025 produzierte der Standort rund 18.000 Fendt Traktorkabinen.

Fendt investiert kontinuierlich in den Standort: Am Standort ging im Sommer 2024 eine PV-Anlage mit 880 kWp ans Netz. Das Werk wurde zudem vollständig auf LED-Beleuchtung umgestellt und bezieht 100 Prozent Ökostrom.

Über Ansorge Logistik

Logo Ansorge Logistik

Ansorge Logistik ist ein mittelständisches Logistikunternehmen mit Hauptsitz in Biessenhofen im Allgäu und 4 weiteren Standorten in Deutschland und Italien. Knapp 500 Mitarbeiter sind jeden Tag für Kunden aus den Sektoren Konsumgüter, Industrie und Handel im Einsatz. Neben dem klassischen Transport erbringt Ansorge zahlreiche Dienstleistungen für die Ver- und Entsorgung von Produktionsstandorten sowie in den Bereichen Lagerung, Kommissionierung und Konfektionierung. Das Unternehmen versteht sich als Pionier in der E-Mobilität im Schwerlastverkehr. So setzte Ansorge bereits 2015 den ersten elektrischen Lkw in der Flotte ein und hat bereits 20 Prozent der eigenen Flotte auf elektrische Lkw umgestellt.

Quelle: FENDT